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Abbildung 1

IS-LM-Diagramm

IS- und LM-Kurve vereinigen sich zum
IS-LM-Diagramm.

Aus der IS- und der LM-Kurve entsteht das IS-LM-Diagramm. Seine Konstruktion ist einfach. Da die Interner LinkIS- und die Interner LinkLM-Kurve beide imInterner LinkZins-Einkommen-Diagramm konstruiert wurden, kann man sie natürlich auch gleichzeitig in einem Diagramm darstellen. Damit ist die Konstruktion bereits abgeschlossen (s. Abb. 1).

Ebenso einfach - keine falsche Hoffnung, gleich wird es auch wieder komplexer - ist die Interpretation des Diagramms. Wir wissen, dass

die IS-Kurve alle Gütermarktgleichgewichte (zugleich Kapitalmarktgleichgewichte) und

die LM-Kurve alle Geldmarktgleichgewichte

zeigt. Die Schlussfolgerung liegt für das neu entstandene IS-LM-Diagramm liegt damit auf der Hand:

Im Schnittpunkt von IS- und LM-Kurve liegt ein simultanes Güter- und Geldmarktgleichgewicht vor.

Da wir für beide Märkte Zahlenbeispiele betrachtet hatten, ist es jetzt natürlich möglich, das Gleichungssystem mit den beiden Unbekannten, dem Einkommen Y und dem Zinssatz i, zu lösen:

 

[1]      Interner Link  [1]

               ( IS-Kurve: [1a] )

 

[2]      Interner Link  [2]   

               ( LM-Kurve: LT(Y) + LS(i) = MS )

Wegen der nichtlinearen LM-Kurve ist die Berechnung etwas umständlich. Gleichsetzen von [1] und [2] führt zu der quadratischen Gleichung

[3]     [3]

mit den beiden Lösungen Y* = 800 und Y** = 1800. Allerdings ist nur die erste Lösung sinnvoll. Wie man aus dem Nenner im LM-Kurvenausdruck in [2] erkennt, steigt der Zins in unendliche Höhen, wenn sich das Einkommen Y dem Wert 1000 nähert. Wir befinden uns bei Einkommenswerten in der Nähe von 1000 imInterner Linkklassischen Bereich der LM-Kurve.

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Setzt man den Wert des gleichgewichtigen Einkommens in die Gleichung der IS-Kurve [1] oder der LM-Kurve [2] ein, findet man den gleichgewichtigen Zinssatz. Er beträgt im Zahlenbeispiel 5 Prozent. Abbildung 2 zeigt das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht.

Abbildung 2
Abb. 2

Einsatz des IS-LM-Diagramms zur Ermittlung des gleichgewichtigen Einkommens- und Zinsniveaus.

Aus unseren Einzel-Überlegungen zu beiden Kurven kennen wir die Anpassungsprozesse, die einsetzen, wenn sich Güter- und Geldmarkt nicht im Gleichgewicht befinden. Diese Gedanken lassen sich relativ einfach in die IS-LM-Analyse übernehmen. Wir gehen für eine Beispielbetrachtung davon aus, dass sich die Wirtschaft in der ungleichgewichtigen Situation Q in Abb. 3 befindet.

Abbildung 3

Abb. 3

Anpassungsprozesse auf dem Gütermarkt wirken in Richtung der IS-Kurve,
Anpassungsprozesse auf dem Geldmarkt in Richtung LM-Kurve.

Zunächst wird Ihnen hier auffallen, dass die LM-Kurve ihre glatte Gestalt verloren hat. Die grafisch einfachere Darstellung hilft uns in der Folge, sehr deutlich zwischen dem keynesianischen, dem normalen und dem klassischen Bereich der LM-Kurve zu unterscheiden. Zudem lässt sich die Kurve einfacher zeichnen. Die Darstellung der LM-Kurve in drei Segmenten ist also nicht inhaltlich begründet, sondern dient allein zur Vereinfachung der Darstellung.

In Punkt Q befinden wir uns rechts von der IS-Kurve. Wir wissen, dass das die Unternehmen zu einer Produktionseinschränkung veranlassen wird, weil in Q ein Interner LinkÜberschussangebot an Gütern produziert wird. Dieser Prozess wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Er kann wahrscheinlich schneller durchgeführt werden als eine Ausweitung der Produktion, aber geht sicherlich nicht von heute auf morgen vonstatten, da er mit der Stilllegung von Kapazitäten und der Freisetzung von Arbeitskräften verbunden ist.

Zugleich befinden wir uns in Q oberhalb der LM-Kurve. Es herrscht also ein Interner LinkÜberschussangebot an Geld und es ist mit einem sinkenden Zinsniveau zu rechnen. Auch wenn die Überlegung zur Anpassungsgeschwindigkeit über unseren statischen Modellrahmen hinausgeht und recht spekulativ ist, dürfen wir wohl davon ausgehen, dass die Zinsanpassung schneller über die Bühne geht als eine Änderung der Produktion. Aus Q heraus können wir also mit einer schnellen Bewegung zur LM-Kurve rechnen und bewegen uns dann - eventuell mit Schwankungen - bei gleichgewichtigem Geldmarkt hin zur IS-Kurve.

Die Überlegung, die wir eben für die Situation Q angestellt haben, lässt sich natürlich analog wiederholen für alternative Ungleichgewichte. Angenommen wir würden zugleich ein Überschussangebot auf dem Gütermarkt und eine Überschussnachfrage auf dem Geldmarkt beobachten: Vor einer Antwort sollte Ihre erste Überlegung dann sein, wo eine solche Situation im Diagramm zu verorten ist. Dann werden Sie feststellen, dass zunächst mit steigenden Zinsen und anschließend mit sinkenden Zinsen und sinkender Produktion zu rechnen wäre.

Bevor wir die Spekulationen über Anpassungsprozesse fortsetzen, wollen wir eine alternative Darstellung betrachten, die die Mechanik des Modells sehr deutlich macht. Die überaus lehrreiche Abbildung stammt (s. Externer LinkVWLwebring) aus K. Dietrichs Zusammenfassung der Vorlesung "Makroökonomik I" an der Univ. Hannover und ist hier mit kleinen Modifikationen wiedergegeben:

Zunächst erkennt man links unten einen Bereich, den eine gestrichelte Umrandung vom restlichen Diagramm trennt. Dieser Modellausschnitt zeigt den Interner Linkeinfachen Multiplikatorprozess, auf den wir hier aber nicht mehr im Detail eingehen wollen. Ausgehend von einem gegebenen Einkommen Y bestimmen die Wirtschaftssubjekte ihre Nachfrage nach Transaktionskasse LT. Da die Zentralbank das Geldangebot Maut festgelegt hat, verbleibt im Geldmarkt der Zinssatz als einzige Variable, die Geldnachfrage und Geldangebot in Übereinstimmung bringen kann.Ist das Geldangebot kleiner als die Geldnachfrage, wird der Zinssatz steigen. Herrscht hingegen ein Überschussangebot an Geld, wird der Zinssatz fallen.

Der Zinssatz beeinflusst seinerseits die Interner LinkNachfrage nach Investitionen. Eine Änderung der Investitionsnachfrage löst multiplikative Effekte aus und beeinflusst die Produktion und damit das Einkommen. So schließt sich der Kreis zwischen realem und monetärem Sektor, denn wir sind wieder bei der Variable angekommen, mit der wir die Betrachtung dieses Regelkreises begonnen haben. Wie schnell sich stabile Werte einstellen, hängt davon ab, wie stark Einkommen und Zins auf eine Überschussnachfrage (oder ein Überschussangebot) auf dem jeweiligen Markt reagieren.

Die hier beschriebene Interaktion von realem und monetärem Sektor wird als "Keynes Effekt" bezeichnet. Die Wirkung des monetären Sektors auf den realen Bereich, die über die  Zinshöhe zustande kommt, die sich ihrerseits durch die Liquiditätspräferenz (Nachfrage nach Spekulationskasse) der Wirtschaftssubjekte erklärt, heißt keynesianischer Transmissionsmechanismus.

 

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